Backup in der Arztpraxis: Sonderanforderungen durch Patientendaten

Ein Systemausfall ohne aktuelles Backup ist für jedes Unternehmen ein Desaster — für eine Berliner Arztpraxis kann er existenzbedrohend sein. Patientendaten aus Jahren können verloren gehen, die Praxis muss möglicherweise tage- oder wochenlang ohne vollständige Patientenhistorie arbeiten. Dabei haben Arztpraxen besondere Backup-Anforderungen, die über den Standard von KMUs weit hinausgehen.

Warum Standard-Backups für Arztpraxen nicht ausreichen

Patientendaten unterliegen besonderen gesetzlichen Anforderungen, die sich direkt auf die Backup-Strategie auswirken:

  • Lange Aufbewahrungsfristen: Patientenakten müssen in der Regel 10 Jahre aufbewahrt werden, in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern bis zum 28. Lebensjahr, bei Narkosen bis zu 30 Jahre) noch länger. Ihr Backup-System muss diese Daten über den gesamten Zeitraum zuverlässig und abrufbar speichern.
  • Verschlüsselung ist Pflicht: Backups mit unverschlüsselten Patientendaten sind ein schwerwiegender DSGVO-Verstoß. Jedes Backup — ob auf lokalen Festplatten, NAS, Tape oder Cloud — muss verschlüsselt sein.
  • Physische Trennung: Die 3-2-1-Regel ist für Arztpraxen Mindeststandard: 3 Kopien der Daten, auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 außerhalb der Praxis. Ein Feuer oder Wasserschäden in der Praxis darf das Backup nicht vernichten.
  • Keine US-Cloud: Cloud-Backups von Patientendaten dürfen nur auf Servern innerhalb der EU gespeichert werden. Google Drive, Dropbox oder iCloud scheiden damit für Berliner Arztpraxen aus.

Die richtige Backup-Strategie für Berliner Arztpraxen

Wir empfehlen Berliner Arztpraxen folgende Backup-Architektur:

  • Tägliches lokales Backup: Automatisches Backup der Praxissoftware-Datenbank und aller relevanten Dateien auf ein verschlüsseltes NAS-System in der Praxis. Zeitpunkt: außerhalb der Praxiszeiten, z.B. 22:00 Uhr.
  • Wöchentliches Offsite-Backup: Wechselnde externe Festplatten oder ein Cloud-Backup auf einem deutschen Anbieter (z.B. Hetzner Storage Box, Strato HiDrive). Eine Platte ist immer außerhalb der Praxis.
  • Backup-Tests: Mindestens einmal pro Quartal muss das Backup-Wiederherstellung getestet werden. Ein Backup, das nicht wiederhergestellt werden kann, ist keines.
  • Dokumentation: Das Backup-Konzept muss schriftlich dokumentiert sein — wer sichert was, wie häufig, wohin, und wer ist verantwortlich?

Viele Berliner Arztpraxen nutzen noch ältere Backup-Lösungen, die diesen Anforderungen nicht genügen. Im Rahmen eines IT-Audits prüfen wir Ihre bestehende Backup-Strategie und empfehlen gezielte Verbesserungen — ohne Ihre laufenden Prozesse zu stören.

Haben Sie Fragen zu IT oder Datenschutz in Ihrer Praxis? Nehmen Sie Kontakt auf — wir beraten Berliner Arztpraxen kostenlos und unverbindlich.

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