DiGA: Digitale Gesundheitsanwendungen verschreiben und abrechnen

Seit 2020 können Ärzte in Deutschland digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf Rezept verschreiben — Apps und Softwareprogramme, die Krankheiten lindern, behandeln oder deren Folgen ausgleichen helfen. Für Berliner Arztpraxen eröffnet das neue Behandlungsmöglichkeiten, bringt aber auch neue Verantwortlichkeiten in Bezug auf Datenschutz und Abrechnung mit sich.

Was sind DiGA und wie werden sie zugelassen?

Digitale Gesundheitsanwendungen sind Medizinprodukte der Klasse I oder IIa, die prima¨r auf Softwarefunktionen basieren. Die Zulassung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das ein „Fast-Track-Verfahren“ durchführt. Im DiGA-Verzeichnis auf der BfArM-Website finden Berliner Ärzte alle zugelassenen Anwendungen — aktuell über 50 Apps für Bereiche wie Psychologie, Orthopädie, Kardiologie und Schlafmedizin.

Typische DiGA sind:

  • Therapie-Apps für Angststörungen und Depressionen (z.B. Mementor, HelloBetter)
  • Rückentraining und Physiotherapie-Apps
  • Tinnitus-Therapie-Apps
  • Blutdruck-Management-Apps
  • Schlaflösungen und Schlaftracking mit therapeutischem Ansatz

Verschreiben und abrechnen: Das müssen Sie wissen

  • Verschreibung: DiGA werden über ein normales Rezept (Muster-16 oder E-Rezept) verschrieben. Der Freischaltcode wird vom Hersteller nach Vorlage des Rezepts bei der Krankenkasse direkt an den Patienten gesendet.
  • Kein Zulassungsdruck: Ärzte können DiGA empfehlen, sind aber nicht verpflichtet, sie zu verschreiben. Eine sorgfältige Indikationsstellung ist wie bei jedem anderen Medizinprodukt erforderlich.
  • Datenschutz beachten: Informieren Sie Patienten darüber, dass die DiGA-App Gesundheitsdaten erhebt. Prüfen Sie die Datenschutzerklärung des Herstellers — nur Apps mit geprüftem Datenschutzniveau werden vom BfArM zugelassen.
  • Dokumentation: Die Verschreibung einer DiGA gehört in die Patientenakte — mit Begründung der Indikation und Aufklärung des Patienten.
  • Verlaufsbeobachtung: Wie bei anderen Therapien sollten Sie den Therapieverlauf mit der DiGA dokumentieren und den Patienten bei Folgeterminen nach dem Nutzungserlebnis fragen.

DiGA sind ein wachsendes Feld, und die Qualität der zugelassenen Anwendungen verbessert sich stetig. Berliner Ärzte, die DiGA aktiv in ihre Behandlungskonzepte integrieren, können Patienten zwischen den Terminen aktiv unterstützen und Behandlungsergebnisse verbessern.

Haben Sie Fragen zu IT oder Datenschutz in Ihrer Praxis? Nehmen Sie Kontakt auf — wir beraten Berliner Arztpraxen kostenlos und unverbindlich.

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