TI-Anschluss 2026: Was Berliner Arztpraxen jetzt wissen müssen

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das Rückgrat der digitalen Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen — und sie verändert sich 2026 erneut grundlegend. Für Berliner Arztpraxen bedeutet das: Wer nicht auf dem aktuellen Stand bleibt, riskiert Honorarabzüge, Praxisausfälle und Datenschutzverletzungen. Dieser Artikel fasst zusammen, was jetzt konkret zu tun ist.

Was die TI 2026 von Ihrer Praxis verlangt

Seit dem Pflichtstart des E-Rezepts und der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Versicherten sind die Anforderungen an den TI-Anschluss deutlich gestiegen. Im Jahr 2026 kommen mehrere Veränderungen zusammen, die Berliner Praxen direkt betreffen:

  • Konnektor-Laufzeiten: Viele Konnektoren der ersten Generation — vor allem Secunet- und RISE-Geräte — haben inzwischen ablaufende Sicherheitszertifikate. Ohne rechtzeitigen Austausch oder Zertifikatsupdate bricht die TI-Verbindung ab.
  • TI 2.0 Vorbereitung: Die gematik plant den schrittweisen Umstieg auf eine softwarebasierte TI ohne physischen Konnektor. Praxen sollten jetzt prüfen, ob ihre Praxissoftware TI 2.0-ready ist.
  • ePA-Befuellungspflicht: Ärzte sind verpflichtet, relevante Dokumente in die ePA einzustellen. Das erfordert eine aktuelle, zertifizierte Praxissoftware mit ePA-Modul.
  • eAU und E-Rezept: Beide Anwendungen sind seit 2024 Pflicht. Praxen, die noch technische Probleme haben, müssen diese dringend beheben.

Die KV Berlin sanktioniert fehlende TI-Funktionen mit einem Honorarabzug von 1 % des Quartalshonorars — bei größeren Praxen kann das schnell mehrere Tausend Euro pro Jahr ausmachen.

Checkliste: So bereiten Sie Ihre Praxis auf 2026 vor

Gehen Sie die folgende Checkliste durch und dokumentieren Sie den Status jedes Punktes. Bei offenen Punkten sollten Sie Ihren IT-Dienstleister kontaktieren:

  • Konnektor-Zertifikat prüfen: Wann läuft das Zertifikat Ihres Konnektors ab? Diese Information finden Sie in der Verwaltungsoberfläche des Konnektors oder über Ihre Praxissoftware.
  • Praxissoftware aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass Sie die aktuellste Version Ihrer PVS nutzen. Nur aktuelle Versionen unterstützen alle TI-Anwendungen vollständig.
  • HBA und SMC-B prüfen: Der Heilberufsausweis (HBA) jedes Arztes und die SMC-B-Karte der Praxis müssen gültig sein. Karten mit Ablaufdatum in 2026 jetzt erneuern.
  • ePA-Workflow testen: Können Sie Dokumente erfolgreich in die ePA eines Testpatienten einstellen und abrufen?
  • Backup der TI-Konfiguration: Legen Sie eine dokumentierte Sicherung Ihrer TI-Einstellungen an — wichtig bei einem Gerätetausch.

TI-Pauschalen: Welche Kosten erstattet die KV Berlin?

Die KV Berlin erstattet über die TI-Betriebskostenpauschale laufende Kosten für den Konnektor-Betrieb. Für den Konnektor-Tausch gibt es zusätzliche Einmalpauschalen. Wichtig: Diese Erstattungen müssen aktiv beantragt werden — sie werden nicht automatisch ausgezahlt. Ein erfahrener TI-Dienstleister unterstützt Sie beim korrekten Ausfuellen der Anträge und stellt sicher, dass Sie keine Erstattung verschenken.

Planen Sie den TI-Update-Prozess frühzeitig, damit er nicht mitten in einem Praxistag passiert. Eine gute Vorbereitung bedeutet: kein Praxisausfall, keine Honorarabzüge, kein Datenschutzrisiko.

Haben Sie Fragen zu IT oder Datenschutz in Ihrer Praxis? Nehmen Sie Kontakt auf — wir beraten Berliner Arztpraxen kostenlos und unverbindlich.